Liederkranz Schelklingen e. V. 1826

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Heinrich Kaim

geb. am 2.10.1792 in Steinbach bei Esslingen, Sohn des Andreas Kaim in Steinbach,
gest. am 31.3.1874, 9 Kinder.

Kaim kommt am 20. Januar 1821 nach Schelklingen.
Seine Ausbildung hatte er in Steinbach bei dem Musterlehrer Frey.

Die Oberschulbehörde ernennt Kaim nach einigen Jahren Tätigkeit hier zum Musterlehrer als hervorragender Pädagoge und Erzieher. Kaim hat damit auch die Berechtigung, geeignete jung Leute zum Lehrerberuf heranzubilden, wodurch Schelklingen einst eine Pflegestätte für Lehrerbildung war.

1826 gründet Kaim den Liederkranz Schelklingen.

1839 erhält Kaim das Bürgerrecht, "seit bald 19 Jahren hiesiger Lehrer" wofür Kaim alle seine Kirchen-Musikalien und Melodien der Stadt überlässt. Die Stadt verleiht das Bürgerrecht "weil er sich während dieser Zeit verdienstlich gemacht und braucht keine Bürgeraufnahmegebühren zu bezahlen, auch keine Gebühren für den Feuereimer und die Obstbäume" (Ratsprotokoll 1839)

Kaim war auch sonst in der Stadt vielseitig tätig. 1841 macht er ein Programm zur Jubelfeier des 25 Jährigen Regierungsjubiläums des Königs. Zur Ausführung des Programms sei auch nötig, "dass das Rathaus mit Lichtern und einem Transparent abends beleuchtet werde."

Kaim wurde von Stadt und Land mehrfach wegen seiner Leistungen ausgezeichnet, so nach einem königlichen Dekret 1862 "wegen seiner Auszeichnung durch Bildungsstreben, Sittlichkeit und Amtstreue"; Kaim erhält 10 Gulden aus der Staatskasse.

Stramme Zucht herrschte in seiner Schule, vorzügliche Resultate durch seine Lehrmethode, daher auch sein Titel als Musterlehrer.

Neben seiner Lehrertätigkeit war er auch Organist und Mesner.

Anlässlich seiner Pensionierung im September 1866 Verleihung der Goldenen Zivildienstmedaille des Königs.

1872: Kaim hat den Winter über Unterricht in Beziehung auf das Metermaß und Gewicht den Bürgern und Bürgersöhnen in mehreren Abendstunden erteilt; er bekommt für "außerordentliche und ersprießliche Leistung eine Belohnung von 10 Gulden. (zum Vergleich: im Jahr 1872 verdient ein Münchner Lehrer jährlich 800 Gulden; ein Bürgermeister 5500 Gulden; ein Kilo Schinken kostete 2 Gulden)

1872 hat Kaim Goldene Hochzeit. "Die bürgerlichen Kollegien erkennen in ihm einen für die Gemeinde sehr verdienten Mann und fühlen sich verpflichtet, ihm an seinem Ehrentage den Dank für seine Leistungen für die 40 jährige Tätigkeit als Lehrer und Erzieher der Jugend darzubringen" und beschließt: "Dem pensionierten Lehrer für sein langjähriges und segensreiches Wirken in hiesiger Gemeinde aus der Stadtkasse ein Geschenk von 50 Gulden zu machen und solches in geeigneter Form an seinem Ehrentage überreichen zu lassen."

Von seinen Kindern ist besonders Adolf Kaim zu erwähnen, Musikdirektor in Biberach (gestorben 1887), bekannt wegen seiner in ganz Deutschland verbreiteten Messekompositionen. Ein Zweig der Familie nach Ehingen (Karl, geb. 20.9.1837), später Textilhaus Kaim.

Sohn Heinrich war Lehrer nach dem Tod seines Vaters in Schelklingen, hörte aber 1877 wegen Krankheit auf. Die Stadt dankt auch ihm "in Anerkennung seiner großen Leistungen" mit einer Uhr im Wert von 60 Mark (Regulator)

Im Jahr 1951 wird eine Straße in Schelklingen nach Heinrich Kaim benannt.

(aus dem Archiv der Stadt Schelklingen zusammengestellt)
Dr. Lederer

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